Sonne über Österreich

Politik | Familienchronik: Armin Thurnher | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Die lange Geschichte der Habsburger, einer schrecklich österreichischen Familie

Als wir Knaben waren, verschickten unsere besorgten Eltern mich und einen gleichaltrigen Freund aus dem österreichischen Vorarlberg ins schweizerische Appenzell. Dort flossen in den 50er-Jahren Milch und Honig, die Bergwände waren aus Grießbrei, und die Eltern hofften, nach drei Wochen hätten wir uns durch- und gesundgefressen. So kam es; noch heute ekelt mich vor süßem Grießbrei. Allerdings hatten wir unvermutete psychische Herausforderungen zu ertragen. Die mehrheitlich Schweizer Kinder im Ferienlager riefen uns nämlich mit einem Wort, von dem wir nicht genau wussten, was es bedeuten sollte. Es war uns bloß klar, es bedeutete nichts Gutes. Sie riefen uns "Habsburger“.

Die Habsburger waren bekanntlich jenes feindliche Grafengeschlecht, das die Schweizer von ihrem Boden vertrieben. Die Eidgenossen hatten es auf Demokratie und Bürgersinn abgesehen, die Grafen von der Hapspurg in Aarau pfiffen jedoch


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