Die Freiheit des Müssens, der Drill des Dürfens

Rezension: Matthias Dusini | Politik | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Der französische Soziologe Alain Ehrenberg analysiert, warum die Freiheit - und der Neoliberalismus - die Menschen depressiv macht

Ein Blick in den Spiegel oder den eigenen Freundeskreis vermittelt ein deutliches Bild. Die Inanspruchnahme der Hilfe eines Psychotherapeuten ist alltäglich, ohne dass damit das Stigma der Geisteskrankheit verbunden wäre. Der Markt für inneres Gleichgewicht füllt eine Lücke, die die Lockerung religiöser Moral hinterlassen hat.

Auf Freuds Couch lagen neurotische Menschen, deren Ängste sich auf Verbote zurückführen ließen. Depressionen dagegen äußern sich in einem diffusen Gefühl der Leere, deren Ursache nicht mehr auf Vaters Knute zurückzuführen sind.

Der französische Soziologe Alain Ehrenberg untersuchte in dem Buch "Das erschöpfte Selbst“ (2004) das paradoxe Phänomen, dass die Erwartung eines selbstständigen Lebens so viele Menschen in Verzweiflung stürzt. Triumph und Niederlage seien in einer Gesellschaft, die die Autonomie zu ihrem Ideal

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige