Nachgetragen

Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Politik | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Ein Copyshop, der Guantánamo vergessen lässt

Nina Horaczek

Was verbindet Manfred Nowak, Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts für Menschenrechte und bis 2010 UN-Sonderberichterstatter über Folter, Wolfgang Petritsch, Österreichs Spitzendiplomat bei der OECD, und ein Kopiergeschäft in Sarajevo? Das wollen die beiden möglichst bald eröffnen - aber nicht für sich, sondern für Mustafa Ait Idir. Idir, ein 40-jähriger Bosnier, war 2002 in seiner Heimat verhaftet worden, weil man ihn verdächtigte, einen Anschlag auf die US-Botschaft zu planen.

Trotz fehlender Beweise wurde er ins Lager Guantánamo verschleppt, wo er gefoltert wurde und sieben Jahre inhaftiert blieb. Erst 2008 waren die USA von seiner Unschuld überzeugt. Der dreifache Familienvater wurde freigelassen, erhielt aber keinen Cent Entschädigung. Nach seiner Rückkehr nach Bosnien hatte der Computergrafiker wegen des Stigmas des Guantánamo-Häftlings keine Chance auf einen Arbeitsplatz. Der Menschenrechtsexperte Nowak und


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