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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Wow. Mir erklärte neulich ein Bekannter, er sei zu cool für Facebook. Er wolle nicht Teil des Freundschaftsportals werden, weil dort eh schon alle anderen abhängen und er kein Mitläufer sei.

Mich hat diese Aussage richtig geärgert. Das ist wohl das dümmste Argument gegen Facebook. Dabei kann ich viele Kritikpunkte nachvollziehen: Das Social Network ändert alle paar Wochen seine Nutzungsbedingungen und will ständig die Privatsphäre seiner Mitglieder verringern. Es hat ein extremes Suchtpotenzial und man vertrödelt extrem viel Zeit damit. Aber Facebook zu meiden, um kein uncooler Mitläufer zu sein, finde ich total abgehoben. Das ist pures elitäres Denken: Was der breiten Masse gefällt, das kann nicht gut sein. Ich habe diesem Bekannten daraufhin vorgeschlagen, er möge sich doch ein Profil auf MySpace oder StudiVZ zulegen. Da muss er nicht befürchten, dass ihm das Facebook-Proletariat zu nahe rückt. Da ist er dann nämlich allein. Hip, aber allein.


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