Fettaugen und Hauswurzen gegen das Vergessen

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Warum die Wiener Künstlerin Carola Dertnig einen Park in der Innenstadt mit historisch korrekten Blumenbeeten bepflanzt

Die Fetthenne braucht wenig Pflege und bildet gerne Gemeinschaften, die Hauswurz ist eine stille Schönheit. Gemeinsam füllen sie nun die Beete der Pflanzeninstallation der Wiener Künstlerin Carola Dertnig am Morzinplatz im ersten Bezirk.

"Zu spät“ ist der Titel des Denkmals, das an die Verfolgung von Homosexuellen und Transgender-Personen während des Nationalsozialismus erinnern soll. "Man setzt sich mit dieser Thematik zu spät auseinander“, sagt die Künstlerin, die ihr Urteil über diese historische Nachlässigkeit auf die Rasenfläche des Platzes hinter dem bereits bestehenden steinernen Denkmal für die Opfer des NS-Regimes platzierte.

Dazu verwendete sie von der Landschaftsarchitektin Julia Rode ausgesuchte Pflanzenarten - auch die Nelke, die zur Bildung von kämpferischen Gemeinschaften befähigt sei. Zur Eröffnung kamen Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel


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