Der Äthiopier Mulatu Astatke hat den Jazz zurück nach Afrika gebracht

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

"Mulatu Steps Ahead“ heißt das jüngste Album von Mulatu Astatke. Der äthiopische Jazzer befindet sich in seinen späten 60ern und wandert seit mehr als 50 Jahren geografisch wie musikalisch durch die Welt. Von einem Vorausschreiten kann insofern nicht mehr wirklich die Rede sein. Sein Werdegang als Jazzinnovator, der das Alte über dem Neuen und die Heimat über der weiten Musikwelt nicht vergaß und der Brücken dazwischen baute, wirkt jedoch immer noch modern.

Astatke war stets ein Gentlemantyp. Selbst auf Fotos aus den 60er- und 70er-Jahren schaut der 1943 geborene Musiker manierlich drein und trägt Anzug. Seine Eltern hat der Sohn aus wohlhabendem Hause nur einmal vor den Kopf gestoßen: als er sich für ein Leben als Musiker entschied.

"Ich war 16, als sie mich nach Wales schickten, damit ich Ingenieurwesen studiere“, erinnert sich Astatke im Telefoninterview. "Wäre ich zu Hause geblieben, hätte ich sicher einen technischen Beruf ergriffen oder ich wäre Wissenschaftler geworden.


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