Klagenfurt sucht keinen Superstar

Feuilleton | Bericht: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Der Ingeborg-Bachmann-Preis brachte einen Heimsieg für Maja Haderlap

Die Tage der deutschsprachigen Literatur, eine Casting-Show? ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz hatte den Vergleich in seiner Eröffnungsrede angestellt: "Wir werden vier Tage lang gebannt zuschauen, wie Herr Spinnen (Jurysprecher Burkhard Spinnen, Red.) Dieter Bohlen in die Schranken weist.“

Prompt analysierten Qualitätszeitungen, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Bachmann-Preis und "Deutschland sucht den Superstar“ liegen könnten. Das zeigt, wie unsicher das Feuilleton geworden ist. Entweder die Redakteure schauen sich Bohlen wirklich an, oder sie glauben, sich zeitgemäß zu äußern, wenn sie sich auf ihn beziehen. Man weiß nicht, was schlimmer wäre.

Dem Bachmann-Preis, dieser mit freundlicher Störrigkeit alle Wetter überstehenden Tante, wird man so jedenfalls nicht gerecht. Was sich hier ereignet, ist das Aufblitzen mehr oder weniger abgefahrener Parallelwelten. Zunächst stellt der sommerliche


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