Der Meister der explodierenden Stille

Feuilleton | Nachruf: Matthias Dusini | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Mit dem US-Künstler Cy Twombly starb der erfolgreichste Eremit der modernen Kunst

Er war ein Künstler mit einer eingeschworenen Fangemeinde, in den letzten Jahren überstrahlte seine Popularität auch den Erfolg lautstarker Zeitgenossen. Er entwickelte die Vagheit zur Qualität einer Malerei, die sich zeitloser Klassizität verschrieb, ohne in schulmeisterliche Säulenverehrung zu verfallen.

Edwin Parker Twombly Jr. wird 1928 in Lexington, Virginia, geboren. Der Name Cy geht auf den Basketballspieler Cyclone Young zurück, mit dem bereits der Vater des Künstlers, ein Sportlehrer, bedacht wurde.

Er besucht das Black Mountain College im Bundesstaat North Carolina, trifft in dieser Keimzelle der US-Avantgarde auf Robert Rauschenberg und John Cage, die der amerikanischen Kunst nach dem abstrakten Expressionismus eine neue Richtung weisen. Der heroische Befreiungsgestus eines Jackson Pollock war zum Klischee erstarrt. Nun wird die Kunst poppiger, aktionistischer, diesseitiger. Und Twombly? Er


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