Stadtrand

Am Wiener Rand ist Bambiland

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Also. Man steigt in den 48A, fährt kaum mehr als 20 Minuten bis zur Endstation und geht dann noch ein paar Minuten zu Fuß den Berg rauf, bis man ein wenig hinter der Kirche am Steinhof landet. Und dann steht da ein Reh. Und noch ein zweites. In zehn, 20 Metern Entfernung. Die Wildtiere schauen einem interessiert zu, wie man die Picknickdecken ausbreitet, wie man isst, trinkt und eine Menge Lärm veranstaltet. Manchmal, wenn Jogger vorbeikeuchen und -schwitzen - was glücklicherweise sehr selten geschieht -, verschwinden die Tiere im Dickicht. Sie kommen aber bald wieder auf die Lichtung zurück. Sie müssen ja schauen, wie die Menschen sich aufführen, ist das nicht bezaubernd? In so kurzer Zeit ist man aus Wien raus und mittendrin in Bambiland. Nächste Woche probieren wir die Donau aus und erwarten uns mindestens einen zahmen Riesenbarsch. Auf der Höhenstraße sollen uns die lieben Geier holen. Hach: Natur pur. Nur die besonders zutraulichen Gelsen und Wespen, auf die verzichten wir doch gerne.


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