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Die Jan-Fabre-Festwochen erreichen den Höhepunkt

Lexikon | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

Der flämische Allroundkünstler Jan Fabre, 52, ist in diesem Sommer sehr präsent in Wien. Im Kunsthistorischen Museum läuft noch bis 28.8. seine Ausstellung "Die Jahre der Blauen Stunde“, in der zwischen Alten Meistern Fabre-Zeichnungen aus den 80er-Jahren gezeigt werden. Und bei Impulstanz ist ihm eine Personale mit vier Produktionen gewidmet. Der bildende Künstler Fabre realisierte seine ersten Performances in den 70er-Jahren; zwei dieser Frühwerke werden bei Impulstanz (am 31.7. und 12.8.) als "Reenactments“ präsentiert. Schon diese Woche stehen zwei neue Fabre-Stücke auf dem Programm, ein Solo im Odeon und ein Ensemblewerk im Volkstheater.

In dem düsteren Solo "Preparatio Mortis“ entsteigt die Tänzerin Annabelle Chambon einem Blumenmeer und bewegt sich zu heftiger Orgelmusik von Bernard Foccroulle Trauer und Tod sind Themen, die Fabre immer wieder aufgreift - vielleicht auch, weil der Künstler selbst bereits zwei Mal im Koma gelegen ist. "Die Akzeptanz des Todes ist eine Feier des Lebens“, sagt Fabre und beruft sich dabei auch auf die alten Meister der flämischen Malerei.

Ihren Höhepunkt erreichen die Fabre-Festwochen mit der aktuellen Großproduktion "Prometheus - Landscape II“, in der sich zehn Performer auf die Suche nach einem Helden begeben. Im Zentrum steht Prometheus, der Feuerbringer aus der griechischen Mythologie der von Zeus für seine Menschenliebe grausam bestraft wurde. In Fabres Spektakel ist Prometheus ein fast nackter, muskelbepackter Kraftprotz vor einer flirrend glühenden Video-Sonne. Um ihn herum qualmen, brennen und lodern die Theatereffekte, was das Zeug hält. Feuerlöschernebel, Sand aus Löschkübeln, Knistern und Schreien, laute Musik, Windmaschinen: Die Götter müssen verrückt sein. WK

Odeon, Sa, So 21.00; Volkstheater, Di 21.00


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