Kunst Kritik

Ein jeder hat sein Kreuz zu tragen

Lexikon | aus FALTER 28/11 vom 13.07.2011

In seinem Waldviertler Atelierhaus sammelt Franz Graf ausrangierte Grabkreuze und lässt sich auch mal im Bondagestil fesseln. "Ich habe das alles am eigenen Leib erfahren“, kommentiert der 56-jährige Künstler seine neuen Schwarzweißgemälde, die eingeschnürte Frauenakte zeigt. Die Gesichter verschwinden teils unter maskenhaften Übermalungen, teils unter dem Motiv des Kreuzes. Das Zentrum der Schau bilden Paletten, auf denen gusseiserne Kruzifixe liegen. Laut Künstler sollen sie jedoch weniger Tod als Schlaf symbolisieren. Objekte wie Sex-Toys und Tiermasken liegen in einer Vitrine, außerdem hängt ein Kettenhemd von der Decke. Bei so vielen Requisiten entsteht der Eindruck, dass Graf seine formale Stagnation mit Bedeutungsüberschwang kompensieren möchte. NS

Bawag Foundation, bis 28.8.


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