Kritiken

Kunstsongs: Das Lied der glücklichen Bäcker

Lexikon | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Nein, die Künstlerin singt nicht. Aber Lisa Holzer fühlt sich der Liedform durchaus zugeneigt und präsentiert in ihrer sympathisch verspielten Schau Texte für gleich drei Popsongs. Darunter auch "The Song of the Happy Bakers“, die sich darin besonders über das "a“ in ihren Namen freuen. Wer sich mit Psychoanalyse gut auskennt, kommt vielleicht von selbst darauf, dass die Künstlerin mit diesem Buchstaben auf das "kleine andere“ in Jacques Lacans Theorie anspielt. Dort stellt es das Objekt des Begehrens dar, das aber stets unerreicht bleibt. Auch in mehreren monochromen Bildern widmet sich Holzer diesem Begehrenskürzel. Die fotografierten Ketchupflecken sind hingegen als Reverenz an den Aktionskünstler Paul McCarthy zu lesen, dem in dem Song "Ich bin nicht da“ ebenso gehuldigt wird wie dem Performer Mayo Thompson. NS

Galerie Emanuel Layr, bis 6.8.


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