Seinesgleichen geschieht  

Otto Habsburgs Begräbnis, Weihrauch in den Augen der Republik

Der Kommentar des Chefredakteurs


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Dreimal klopft der Zeremonienmeister, ehe die Mönche dem Leichnam das Tor zur Kapuzinergruft öffnen. Der Anwalt Ulrich Lipp, ein Freund der Familie Habsburg, führte den Klopfstab, im feschen Cutaway, morning dress, sagen die Engländer, diesfalls war’s auch ein mourning gown. Der Kapuzinerpater hat sich kaum verändert!, freute sich der TV-Kommentator. Ja, es war wieder Habsburgerbegräbnis, Otto, der letzte Kronprinz, wurde vergangenen Samstag zu Grabe getragen. Man hätte meinen können, der letzte Kaiser.

Der Kapuzinerpater war der Nämliche wie vor 22 Jahren, beim Begräbnis von Ottos Mutter. Und tatsächlich, er hatte sich kaum verändert. Ich muss gestehen, auch ich war damals, 1989, vor dem Fernseher dabei, habe mir mehr als dreimal an den Kopf geklopft und darf Ihnen berichten, dass sich der Tonfall im Jahr 2011 gemäßigt, der Sinn des Ganzen aber gleich geblieben ist.

Ein Habsburgerbegräbnis ist keine Republikfeier, aber bei keiner Republikfeier wird der österreichischen

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