Die letzte Mieterin

Politik | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Der Lobmeyerhof in Ottakring wurde gewaltsam geräumt. Eine Mieterin bleibt trotzdem dort

Reportage: Paulina Parvanov

Die Dreadlocks sind verschwunden, die Transparente abgerissen. Statt junger Aktionisten bewachen zwei ebenso junge Ordnungshüter der Stadt in knallorangen Warnwesten das Haustor in der Roseggerstraße 1 im 16. Bezirk. "Ziemlich laut war es“, erzählt eine Gemeindebau-Bewohnerin, die nicht genannt werden möchte. Aber mit den Besetzern habe sie wenigstens reden können, die hätten sogar ein Schild vor ihre Stiege geklebt, dass hier auch noch wer wohnt. Jetzt vernageln Bauarbeiter alle Fenster und Türen. "Und ich kann nicht einmal das Stiegenhaus lüften“, klagt sie. Die aufgebrachte Ottakringerin ist eine der letzten Mieterinnen des Lobmeyerhofs. Und will genau dasselbe, was auch die Autonomen wollten: bleiben.

Anfang Juli hatten linke Aktivisten die fast leerstehende und baufällige Wohnanlage besetzt. Sie wollten ein alternatives Zentrum errichten, in dem sie gemeinsam

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