Wieder gelesen 

Bücher, entstaubt

Politik | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Tod eines Filmpaten

Erst war er ein ganz Großer seines Geschäfts, dann ist er gefallen, nun ist er gestorben. Über die Toten soll man nichts Schlechtes berichten, deshalb sei an dieser Stelle eine Biografie des Medienunternehmers Leo Kirch vorgestellt, die eher versöhnliche Töne anstimmt.

"Der Filmpate“ des Wirtschaftsjournalisten Thomas Clark liest sich so flüssig wie ein guter Roman, dem Werk fehlt es aber an einem transparenten Umgang mit Quellen.

Kirch erscheint darin als charismatischer Patriarch, der es mit Geschäftssinn und mit der Hilfe konservativer politischer Seilschaften zum König der deutschen Filmrechtehändler geschafft hat, ehe eine Überschätzung des Bezahlfernsehens sein Imperium einstürzen ließ.

Was das Buch bis heute so spannend macht, ist, dass es einen hinter die Kulissen der Medienindustrie blicken lässt. Fernsehen wird man nach der Lektüre mit anderen Augen sehen. WZ

Thomas Clark: Der Filmpate, 2002, Hoffmann und Campe 287 S., ab Euro 8,40


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige