Nachgesehen  

Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Mit Nudelsieb und Pasta gegen die Vorherrschaft der katholischen Kirche

Ein Küchenutensil ist plötzlich das Symbol der Atheisten. Wer dieser Tage ein Nudelsieb auf dem Kopf trägt, ist vermutlich nicht durchgeknallt, sondern hat eine Botschaft. Die Nudelsiebträger, genannt "Pastafarianer“, huldigen dem fliegenden Spaghettimonster, einer Klamaukgottheit, die die Lächerlichkeit aller Religionen vorführen soll.

Jetzt gibt es auch in Wien Anhänger. Alles begann, als der Unternehmer und PR-Profi Niko Alm auf seinem Führerscheinfoto ein Nudelsieb trug, angeblich als Zeichen seiner tiefen Ehrfurcht vor dem Spaghettimonster. Die Behörde genehmigte das Bild, und die Laizisten jubelten. Aus Freude gab’s einen Mini-Flashmob am Westbahnhof. Ein Dutzend Leute kam mit Nudelsieb. Ihr Gott war gnädig: Die Siebträger erhielten gratis Pasta vom italienischen Imbissstand. Aber dürfen Pastafarianer Nudeln essen? "Es ist gestattet“, sagt Student Michael Horak, "unser Spaghettimonster ist eine liberale Gottheit.“


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige