Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Als das Unglück passierte, wusste man gar nicht, dass es noch so etwas gab wie eine Love Parade. Am 24.7.2010 starben bei der Techno-Großveranstaltung in Duisburg 21 Menschen. Wie es dazu kam, zeigte die ARD-Dokufiktion "Die letzte Loveparade“. Man sieht die Augenzeugenberichte von Menschen, die in einem Tunnel eingequetscht wurden. Schluchzend erzählen sie, wie andere unter ihnen erstickten oder es mit letzter Kraft aus der Todesfalle schafften. Wer das erlebte, hat das Vertrauen in die Welt verloren.

Verstörend bei dieser Montage war das Überblenden zwischen den Erinnerungen und authentischen Videobildern. Überwachungskameras und Videos hielten den Verlauf der Katastrophe fest. Der Zuschauer bekommt von der Wucht dieser Bilder Atemnot. Der Aufklärung der Verantwortlichkeit dient so viel Emotion nicht, ebenso wenig wie die eingestreuten fiktionalen Passagen. Wer sich weigerte, mit den Autoren zu sprechen, wurde einfach von Schauspielern nachgespielt.


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