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IT-Kolumne

Ingrid Brodnig | Medien | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Wir werden zu vergesslichen Internet-Dodeln. Zumindest geht es mir so. Wenn mir etwas nicht sofort einfällt, zücke ich mein iPhone und befrage das allwissende Google. Neulich rätselten ein Interviewpartner und ich, wie - total peinlich! - der Bruder von Thomas Mann hieß. Da meinte mein Gegenüber: "Lustig. Manches weiß man gar nicht mehr, weil man gleich im Internet nachschaut.“

Er hat total Recht. Die Technologiezeitung Wired schrieb unlängst: "Suchmaschinen verändern, wie unser Gedächtnis funktioniert.“ Eine Studie der Columbia University zeigt: Studenten erinnern sich schlechter an etwas, wenn sie davon ausgehen, dass sie diese Information später via Computer abrufen können. Wir merken uns vieles also gar nicht mehr, wir lagern das an die Maschinen aus. Vielleicht entsteht dadurch mehr Platz in unseren Hirnen für andere, wichtigere Dinge, vielleicht verblöden wir auch nur langsam. Der Bruder hieß jedenfalls Heinrich. Und ich bin erleichtert, dass es uns doch noch ohne Google einfiel.


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