Acht Fäuste im Feuchtgebiet

Feuilleton | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Nun auch in Krems: die Wiener Künstlergruppe Gelatin zwischen Klamauk und Tiefgang

Werkporträt: Nicole Scheyerer

Reinkriechen oder nicht reinkriechen, das war die Frage, die sich die Vernissagegäste 1997 vor dem Wiener Kunstbuero stellen mussten. Anstatt die Räume des neuen Offspace begutachten zu können, sollten sie in eine lichtlose Öffnung krabbeln.

Auch wer nicht an Klaustrophobie litt, dem klopfte in dem dunklen, aus alten Kästen gebauten Labyrinth das Herz bald schneller. Beim Rauf und Runter ging die Orientierung verloren; dazu wummerten elektronische Beats, erinnerte stickiger Möbelgeruch an kindliche Spiele im Schrank. Der Clou von Gelatins genialer Kunstbuero-Einweihung bestand aber darin, dass noch keiner die Größe der Galerie kannte.

Die coole Geisterbahn "Lock Sequence Activated“ war die erste jener originellen Installationen, mit denen die vierköpfige Künstlergruppe seit den 90er-Jahren für Pulsbeschleunigung sorgt. Die Überwindung eigener und fremder Ängste,

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