Bubenspaß für Mädchen

Feuilleton | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Kristen Wiig begeistert in "Brautalarm“ als derzeit lustigste Frau Hollywoods

Filmkritik: Joachim Schätz

Niemand kann so großartig still leiden wie Kristen Wiig. Die Lippen, zu einem Strich zusammengepresst, beginnen sich zu kräuseln. Die Augen werden immer größer und wandern abwärts. Und dann sprechen ihre Figuren ein paar höfliche Stehsätze, in denen Fassungslosigkeit, Enttäuschung oder nackte Panik unüberhörbar durchklingen.

Zum Beispiel in der Schwangerschaftskomödie "Knocked Up“ (2007): In einem fulminanten Kurzauftritt als Fernsehredakteurin informiert Wiig eine Untergebene von deren Beförderung zur Moderatorin - und implodiert dabei förmlich vor unausgesprochener Missgunst.

Auf solche körpersprachlichen Störsignale hat sich die US-Komikerin mit der Bohnenrankenfigur spezialisiert. Der ungewöhnliche Nachname kommt aus dem Norwegischen und passt mit seiner Dehnung gut zu Wiigs Art, Gesichtsausdrücke so lange durchzukauen, bis diese sich in ihr Gegenteil verkehren.


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