Phettbergs Predigtdienst

Weht der Wind, dann weht auch die Angst

Kolumnen | aus FALTER 29/11 vom 20.07.2011

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Vor zehn Jahren wurde das Museumsquartier eröffnet. Und ich hielt Ur-früh-Meditation mit Franz Schuh. Darauf hab ich mir urviel eingebildet, doch wie bin ich dann verkommen. Das hat sich auf meine Träume geschlagen: Zuerst träumte ich, dass eine uralte, große Burgschauspielin den ganzen Abend in fast ruiniertem großen Kleide spielte, welches im Laufe des Abends immer mehr zernudelt wurde. Der zweite Traum tat so, als wenn meine "Karriere“ fortschritte. Wie immer ist mein Es viel gescheiter und heißt mich gierig nach Schlaf sein. Jedenfalls war ich in der ersten Riege der Schauspieler bei der neuesten Premiere des besten Wiener Hauses dabei. Am nächsten Tag war Neumond und der Schwanz stand mir so, dass ich nicht Lulu konnte. In einem Buch über Namen, den bekannte Leute ihrem Schwanz geben, hab ich den bekannt Kleinsten übrigens "Schneeflocke“ genannt.

Weht der Wind wie im Moment in Gumpendorf, dann weht auch die Angst. Wie wird es wohl dem Barko im Moment gehen? Der Wind ist einfach ein Lausbub, lieber Barko, dem ist manchmal halt fad ... und so schlug mir der Wind, der Wind, das himmlische Kind, die Tür zu, doch alles ist bestens zu Ende gegangen. Meine Wohnung hat exakten West-Ost-Durchzug: So sauber durchblasen, also durchlüftet war meine Wohnung schon lange nicht! Sie wär heute direkt ein Luftkurort, atmungswürdig!

Ich weiß auch nicht, warum ich noch unbedingt hinzufügen muss, dass die einen Kolkraben Orte, wo sie ihre Nahrung verstecken, geheimhalten, und andere nur die Emsigen beobachten und das Versteckte dann stibitzen. Und die emsige Elterngeneration jeweils nur emsige sowie die diebische nur diebische Generationen heranzieht! Jedenfalls hätt ich Kolkraben gerne bei mir als Mitbewohnys. Als ich es noch allein bis zum Ring schaffte, fuhr ich gelegentlich mit dem letzten 57A hin und mit dem ersten Autobus wieder zu mir heim. In der Zwischenzeit schaute ich Blue-Jeans-Typen und Kolkraben. Beides so, dass es nicht zu arg auffiel.

Schon zu jener Zeit musste ich oft vor einem Baum ludeln; ließ meine Schneeflocke heraushängen, denn Lulu geht halt nur so, Duhsub! Nun kann ich nur mehr schlafen: Das ist Schmerz, lieber Florian Malzacher!

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