Erdig bis nerdig: Roboter-Action "Transformers 3“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Teil drei des auf Actionfigurenspielzeug beruhenden Blockbusterfranchise dauert 148 Minuten. Damit ist "Transformers 3“ um ein Stünderl zu lang, in dem der übliche Showdown zwischen invasiven und mit den USA verbündeten Kampfrobotern stattfindet, samt Militärlogistikshowcase, Pflichtpathos, Patriotismus. In Erinnerung bleiben Trümmerpanoramen, ein gekippter Wolkenkratzer, ein Stahlwurm, alles mit Michael Bays markenzeichenhaften Sonnenglanzlichtern dekoriert und in 3D, doch macht die vierte Dimension sich an den vier Buchstaben bemerkbar: Weltrettung will ausgesessen sein. Die angenehmere erste Halbzeit folgt dem neuen Usus, Superheldenaction als Alternativhistorie, nerdige Machtritualcomedy oder beides zu gestalten: bei der Mondlandung, in Tschernobyl, auf dem Lincoln Memorial, überall lauern Blechmonster. Und Charakterköpfe: Der zur Bürojoballtagssadismussatire ausgebaute Geheimdienstplot bietet neben John Turturro nun John Malkovich und Frances McDormand. Und der Held? Gespielt von Shia LaBeouf, erlebt er seine dritte Transformation: vom Buben zum Autofahrer, Lover - und nun Bürohengst unter Karrieredruck. Und Megan Fox fehlt diesmal, nämlich echt.

Weiterhin in den Kinos


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