Das Fluide am nur scheinbar Festgefügten

Steiermark | Ulrich Tragatschnig | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Ruth Buchanan ordnet den Raum im Grazer Kunstverein neu

Die neuseeländische Bildhauerin Ruth Buchanan hat in Auckland, Rotterdam und Maastricht studiert, lebt und arbeitet derzeit in Berlin. Mit ihrer Werkschau "Eigenwillige Zeichensetzung“ setzt der Grazer Kunstverein seine herrlich undidaktische Reihe zur Erforschung der eigenen Begriffe und Räumlichkeiten fort.

Das passt gut, weil Buchanan auch versucht, die Kunst von ihrer Mittlerrolle freizuspielen. Sie befreit die Dinge aus ihren angestammten Kontexten und lässt sie wieder für sich selber sprechen, statt sie in die Pflicht zu nehmen, ein Spiegelbild zu sein. Dabei wird selbst ein echter Spiegel zum seltsam introvertierten Objekt.

Gleichermaßen geht sie mit dem Raum um. Einen Vorhang hat sie durch die Räumlichkeiten des Kunstvereins gezogen. Auch er präzise im Detail: Die Ständer, die ihn tragen, gleichen alle Niveauunterschiede aus, während die gefärbten Stoffbahnen nichts Schweres haben, Ungenauigkeiten aufweisen, aus denen das Material selbst spricht, was dem Ganzen beinahe etwas Gemaltes verleiht. So steht der Raumteiler "Flood“ als Ausweis gekünstelter Theatralik da, als fluid anmutende Wand. Und er sorgt für intime Situationen. Schließlich möchte dann und wann auch der Betrachter ganz bei sich sein.

Grazer Kunstverein, bis 27.8.


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