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Meinung | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Grillen, das kann vielerlei bedeuten. Im Kommentar von Philipp Blom zum Beispiel wird es in übertragener Bedeutung gebraucht, als Mehrzahl des Insekts, aber metaphorisch: von "Grillen des Nachwuchses“ ist die Rede, was so viel bedeutet wie Flausen, also von etwas, das man sich einbildet. Bloms Kommentar finden Sie auf der Meinungsseite (Seite 6).

Ingrid Brodnig hinterlässt ihre Spuren all over the paper, aber wenn sie das Wort "Grillen“ verwendet, dann meint sie Grillen. Guerillagrillen, hätte Christopher Wurmdobler gesagt, ehe er zum elder statesman of city life heranreifte. Der Autor dieser Glosse bleibt solchen Generationszuschreibungen gegenüber ungerührt, befindet er sich doch im Stadium interesselosen Wohl- oder Übelgefallens an juvenilen Grillen, Marotten, Flausen oder Schrullen.

Ingrid Brodnig also hat von Grillen eine andere Vorstellung als Menschen älterer Generationen, die meinen, diese Zubereitungsart diene dazu, Lebensmittel genussfähig zu machen. Brodnig grillt aus Glaubensgründen. Sie betrachtet Lebensmittel weniger als Quelle des Genusses denn als Chance für Menschen, einander zu genießen. Grillen ist ihr ein Vorwand für soziale Interaktion, und diese bedarf heute mehr denn je des Geräts, sei es nun digital oder analog.

Kürzlich packte Brodnig ihren neuerworbenen analogen Klappgrill im Büro aus. Ich hätte mich nicht gewundert, hätte sie ein paar Holzkohlen in Brand gesetzt und ein Stück Schwein verkohlt. Nur weil die Regenpause zum Fototermin rief, blieb uns dieses Indoorerlebnis versagt. Den Rest lesen Sie auf Seite 40. AT


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