Seinesgleichen geschieht

Der Killer von Oslo und die sektiererische Form unserer Politik

Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Der Kommentar des Chefredakteurs

L ieber Gott der Kolumnisten, ich danke dir, dass ich nicht am Tag der norwegischen Katastrophe über deren Ursachen mutmaßen musste. Dass ich Zeit hatte, das 1500 Seiten starke Manifest des Täters zu studieren. Du wirst mir verzeihen, dass ich das nur in Auszügen tat. Wie heißt es in Tolkiens "Herr der Ringe“? Es ist gefährlich, die Werke des Gegners zu studieren.

Dass sie dem Gegner immer ähnlicher werden, indem sie versuchen, ihn zu bekämpfen, das ist das Problem jener, die den Schock solcher Attentate gleich zu Verschärfung von Sicherheitsmaßnahmen nutzen wollen. Seinen demokratischen Reflex konnte der Attentäter dem norwegischen Premierminister Jens Stoltenberg selbst im größten ersten Schock nicht nehmen. Stoltenberg sagte unter Tränen, Norwegen bleibe eine offene Gesellschaft. Das war Haltung!

Reflexartig tauchen bei tragischen Anlässen die Forderungen auf, über die Art unserer Öffentlichkeit nachzudenken. Ist es nicht doch das Internet,


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