Glosse

Was passiert, wenn die FPÖ das "Binnen-I“ für sich entdeckt

Sprachkritik

Meinung | Barbara Tóth | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Die sogenannten Originaltext-Aussendungen der Parteipressedienste sind etwas für echte Politik-Junkies. Hier kann ungefiltert ins Nachrichtenuniversum fließen, was sich einzelne Funktionäre denken. Das kann mitunter amüsant sein, manchmal aber auch verstörend. Letzte Woche etwa wetterte die Wiener FPÖ-Stadträtin Veronika Matiasek gegen ein Kunstprojekt im Wuk, das sie als "altbewährte linke Piss- und Sch...-Kunst“ bezeichnete. So weit, so erwartbar. In Matiaseks Aussendung hatte sich aber auch ein Binnen-I eingeschlichen, ganz politisch korrekt schrieb sie von "AkteurInnen“. Persiflage? Ein Zugeständnis an die, wie Matiasek jetzt wohl formulieren würde, linkslinke Wiener Schickeria? Schimpft die FPÖ als Nächstes "AusländerInnen raus!“? Wir tippen lieber auf einen Tippfehler.


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