Kommentar

Leben retten: derzeit die beste Art, 35 Euro zu investieren

Hungerkatastrophe in Afrika

Meinung | Nina Horaczek | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Durchschnittlich alle sechs Minuten kippt in Ostafrika ein Kind um, stirbt an Unterernährung oder an aus dieser Schwäche resultierenden Krankheiten. Hilfsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen, Caritas und zahlreiche andere sind im Grenzgebiet von Äthiopien, Kenia und Somalia im Einsatz und versuchen die größte humanitäre Katastrophe seit Jahrzehnten zu verhindern. Mehr als zwölf Millionen Afrikaner sind akut vom Hungertod bedroht. Zuerst war es der Bürgerkrieg, der diese Menschen aus dem Land flüchten ließ. Jetzt ist es die monatelange Dürre, die ihnen die Lebensgrundlage entzieht.

In Österreich wird gerne über Asylmissbrauch debattiert. Dabei schaffen es die allermeisten Flüchtlinge nicht einmal in eine sichere Industrienation wie unser Land. 80 Prozent der 43,7 Millionen Menschen, die derzeit laut dem neuesten Bericht der UN-Flüchtlingshilfsorganisation UNHCR auf der Flucht sind, leben in Entwicklungsländern. Das größte Flüchtlingslager der Welt ist nicht in Europa, sondern in Kenia.

Die österreichische Regierung hat 500.000 Euro nach Afrika geschickt, um mitzuhelfen, das große Sterben zu verhindern. Das wird nicht reichen. Wer nicht im Fernsehen live dabei sein will, wie Menschen wie die Fliegen sterben, kann etwas tun: spenden. 35 Euro reichen laut Caritas, um einer ganzen Familie in Ostafrika einen Monat Überleben zu ermöglichen.

Wenn die Regierung meint, ausgerechnet mit Millioneneinsparungen in der Entwicklungszusammenarbeit das Budget sanieren zu müssen, wie sie es erst im April getan hat, könnten zumindest die Österreicher ein Zeichen setzen. Damit nicht weiterhin alle sechs Minuten ein Kind in Ostafrika verhungern muss.


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