Kolumne

Das Attentat galt Norwegens "kulturmarxistischer Elite“

Außenpolitik

Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Sind die westlichen Sicherheitsapparate so sehr auf die Bedrohung durch den islamistischen Fundamentalismus fixiert, dass sie die Gefahr, die von der extremen Rechten ausgeht, schlichtweg nicht mehr wahrzunehmen imstande sind? Es ist kaum nachvollziehbar, wie ein Aktivist, der jahrelang in radikalen Organisationen tätig ist, in einschlägigen Internetforen hasserfüllte, xenophobe Theorien veröffentlicht, Schießübungen in einem Pistolenclub frequentiert, stundenlang nach Anleitungen zum Bombenbauen googelt und schließlich tonnenweise sprengstofffähige Düngemittel für einen kaum bewirtschafteten Bauernhof einkauft, nicht bemerkt, beobachtet und entwaffnet wird. Ein Mann oder eine Frau mit islamistischem Hintergrund wäre vermutlich längst hinter Schloss und Riegel gelandet.

Anders Behring Breivik jedoch ist ein blauäugiger blonder Norweger, versteht sich als christlich und konservativ und ist besessen von der Mission, eine scheinbar homogene europäische Identität vor der Unterwanderung


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