"Es hat offensichtlich keine Malversationen gegeben“

Politik | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Im siebenten Stock des Ringturms, dem Hauptquartier der Vienna Insurance Group (VIG), sitzen Vorstandsdirektor Martin Simhandl und Vorstandsmitglied Rudolf Ertl. Beide bemühen sich um den Eindruck, dass es im Rumäniengeschäft ihrer Firma keine Unregelmäßigkeiten gebe.

Falter: In rumänischen Zeitungen wird der Vorwurf erhoben, Ihr ehemaliger Mitarbeiter Constantin Toma habe die Vienna Insurance Group (VIG) abgezockt. Was sagen Sie dazu?

Rudolf Ertl: Wir haben Herrn Toma mit der Omniasig quasi mitgekauft, das heißt, er war schon Generaldirektor, als wir eingestiegen sind. Tatsache ist, wir haben geschätzt, dass er an der Spitze des Unternehmens gestanden ist. Durch seine Verbindungen konnte er viel zum Erfolg der Omniasig beitragen.

Die Revisionsabteilung der VIG-Tochter Asirom schreibt in einem Bericht, Toma habe der Firma mit zu hohen Abrechnungen geschadet. Stimmt das?

Ertl: Nein, es ist vollkommen unrichtig, es hat offensichtlich keine Malversationen gegeben.

Warum haben Sie dann in Rumänien keine Gegendarstellungen publizieren lassen?

Ertl: Weil nicht die VIG angegriffen wurde, sondern Herr Toma.

Ist es ein Zufall, dass Toma just parallel zum Auftauchen der Vorwürfe als Omniasig-Präsident abgedankt hat?

Martin Simhandl: Wir haben eine Fusion von zwei Gesellschaften eingeleitet (Omniasig und BCR, Anm.), und in diesem Zusammenhang haben wir uns von Herrn Toma beidseitig getrennt.

Warum hat die VIG im ersten Quartal dieses Jahres einen Verlust von knapp fünf Millionen Euro geschrieben?

Simhandl: Die Wirtschaftskrise hat ihre Spuren hinterlassen. WZ


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