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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Die Leserbriefdichter der Krone sind eine eigene Liga. Dr. Marian Katschnig hatte neulich zwei Reime im Blatt: "‚Atlantis‘-Shuttle-Flug zu Ende, die Crew reicht letztmals sich die Hände“, und so weiter. Dann das weltpolitische Gedicht: "Zwei Attentate schocken nun die Welt, Norwegen über 90 Tote zählt.“ Herbert Kratky hat sich was zur "Hymnen-Vergewaltigung“ zusammengereimt: "Der Bundeshymne geht es schlecht, weil man auch Frauen drinnen möcht! Wurscht, ob sich’s reimt und ob es holpert, ob man beim Singen drüber stolpert.“ Fast wie beim Dichten. "Die Lösung ist ganz leicht, ich hab sie: Vergessen Sie die Sprachbanausen, die ‚großen Töchter‘ solln sich ‚brausen‘!“

Fast könnte man meinen, die beiden hatten Unterricht beim Krone-Poeten Wolf Martin. Der textete am Montag: "Die uns noch heut vor Augen steht, die deutsche Schreckens-Love-Parade, wo gleichfalls Jugend Opfer war, sie war genau vor einem Jahr. Ein Zufall ist’s gewiss, doch der ist ein makabrer Regisseur.“


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