Neid. Die Sünde, die keinen Spaß macht

Feuilleton | Essay: Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Reiche Manager, faule Arbeitslose, Facebook-"Freunde“: Neid ist allgegenwärtig. Aber keiner gibt Neid zu

Wir brüsten uns häufig damit, dass uns kein Wort mehr schockieren könne, wie aber steht es mit ‚Neid‘?“ Diese Frage stellt der französische Literaturwissenschaftler René Girard 1972 in seinem Buch über Shakespeare. Jetzt liegt der Wälzer mit dem sinnigen Untertitel "Theater des Neids“ erstmals auf Deutsch vor - und erweist sich als unverändert aktuell. "Unsere angeblich unersättliche Lust auf Verbotenes macht kurz vor dem Neid halt“, schreibt Girard. Die Menschen entwickeln Widerstände gegen die unbewussten Triebfedern ihres Handelns. Der Widerstand gegen den Neid ist so groß, dass sich erahnen lässt, welch bedeutende Rolle er im Leben spielt.

Girards beeindruckende Studie eint stilistische Eleganz mit der Klarheit der Argumentation. Von dem Thema Neid ausgehend entwickelt der Autor eine Erklärung der Paradoxien der menschlichen Psyche.

Wer neidet, der leidet

"Neiden


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