Buch der Stunde

Die Liebe ist das Vertrauen auf den Zufall

Feuilleton | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Was ist die Liebe? Der französische Philosoph Alain Badiou legt in diesem schmalen Bändchen eine radikale und emphatische Verteidigung eines Gefühls vor, das wider den Stachel von Sicherheit und Eigennutz löckt. Hervorgegangen aus einem Gespräch mit Nicolas Truong beim Festival in Avignon 2008, stürmte sein "Lob der Liebe“ ein Jahr später die französischen Charts und schickt sich gerade an, das deutschsprachige Feuilleton zu erobern.

Leben wir tatsächlich in einer Welt, in der jeder nur seine eigenen Interessen verfolgt? Die Liebe sei der Gegenbeweis, sagt Badiou und wendet sich gegen die "völlig banale Vorstellung, dass die Liebe nur ein imaginärer Anstrich über das Reale des Geschlechtlichen sei“. Das Werben von Internet-Partnervermittlungen für eine Liebe ohne Risiko liegt für ihn nicht weit entfernt von der gerne diffamierten arrangierten Ehe und gleicht der Idee eines Kriegs ohne Tote.

In der Sexualität hat man durch den Genussaspekt mit sich selbst zu tun, in der


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