Ein Spürchen salopper

Stadtleben | Stilkritik: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 30/11 vom 27.07.2011

Die Stadtpolitik macht Urlaub, ihre Protagonisten bleiben präsent - auf sommerlichen Plakaten

Kein Mensch schreibt noch Ansichtskarten. Man mailt Urlaubsfotos und sagt: "Ätsch!“ Politiker machen keine Ferien, sie wünschen uns schöne. Niemals würden sie sich am Strand von Lignano fotografieren lassen. An einem schönen Kärntner See aber genauso wenig. Obwohl das doch genau jenes Urlaubsgefühl verspricht, das sie so gerne vermitteln möchten. Aber Wiener Stadtpolitiker lassen ihre Stadt nicht im Stich. Ferien wünscht man der Bevölkerung traditionell mittels Plakat. Vom Bürgermeister bis zur Bezirkschefin ist man im Sommer zwar ein Spürchen salopper, bleibt aber - zumindest auf Fotos - präsent und erweckt damit den Anschein, unermüdlich für die Bevölkerung im Einsatz zu sein. Etwas hemdsärmeliger eben.

Michael Häupls Sommerfoto 2011 zeigt den SPÖ-Bürgermeister im weiß-blau Kleinkarierten. Ob es sich um ein - für einen Herrn in dieser Position übrigens vollkommen unangemessenes


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