Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Stefan Apfl | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

Wer nach der Rückkehr aus dem Urlaub eine versperrte Bürotür vorfindet, die sich zudem nicht mehr aufsperren lässt, den kann man gemeinhin als gekündigt bezeichnen. Nicht so bei uns, hier bedeutet das: Die Tür klemmt mal wieder.

Das passiert alle zwei Jahre und hat jedes Mal das gleiche traurige Schauspiel zur Folge. Eine Handvoll Falter-Insassen müht sich vergebens im Drehen und Heben, im Reißen und Fluchen. Und just in dem Moment, als der Erste zum Handy greift, um den Schlosser seines Vertrauens herbeizuflehen, öffnet sich die Tür am Ende des langen Ganges, und begleitet von einer anschwellenden Beethovensonate erscheint Armin Thurnher, um den Entnervten zu zeigen, wo der Bauer den Most holt.

So erneut geschehen am Montag um neun Uhr morgens. Zunächst kam Birgit Wittstock zu Hilfe, sah das Problem und scheiterte mit dem von einem rumänischen Roma erlernten Öltrick. Nach ihr machte sich Joseph Gepp ans Werk. Während Wolfgang Zwander, der zu diesem Zeitpunkt schon drei Stunden an einem Artikel über Kärntner Slowenen schnitzte, die Menge in slowenisch-kärntnerischem Zungenschlag anfeuerte, wendete Gepp rohe Gewalt an. Nachdem auch er aufgegeben hatte, schaute Nina Horaczek aus ihrem Zimmer und - lachte.

Wir wussten, der Moment war gekommen. Und als jemand das Wort "Schlosser“ sagte, da ging weit hinten eine Tür auf, und der Mann mit dem Schraubenzieher in der Hand schritt wortlos an uns vorüber zur Tat. Es dauerte vier gezählte Sekunden. Gedemütigt nahmen wir die Arbeit nach dem Urlaub wieder auf.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige