Nachgetragen 

Sebastian Huber | Politik | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

 Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Ziegenstall und Parkplatz: was aus der alten Reichsbrücke wurde

Was vom Einsturz der Wiener Reichsbrücke vor genau 35 Jahren übrigblieb, darauf grasen heute die Ziegen. Unbeeindruckt davon, dass das Unglück seinerzeit die ganze Stadt schockierte und einen Menschen das Leben kostete, suchen die Vierbeiner nach Grasbüschen in der Mülldeponie Rautenweg in der Donaustadt.

Das alte Wahrzeichen der Stadt Wien liegt in Trümmern. Deponiemitarbeiter Karl Reiselhuber greift durch den Zaun, streichelt eine Ziege und sagt: "Als wir vor drei Jahren ein neues Gehege bauten, haben wir uns gedacht - die Granitblöcke der Reichsbrücke als Befestigung, das passt einfach.“

Bei Baggerarbeiten vor fünf Jahren sind Mitarbeiter auf die Überreste des eingestürzten Monuments gestoßen. 1976 hatte man sie von der sechs Kilometer entfernten Donau hierhergebracht, später vergaß man die Trümmer unter Müll und Gras. Wie das Ziegengehege ist

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