Wiens Radmarathon ist vorläufig unter die Räder gekommen

Politik | Sebastian Huber | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

Schlechte Nachrichten für jene, die schon das Rennoutfit bereit hatten, um am 18. September über die gesperrte Südosttangente und den Ring zu strampeln: Aus Wiens erstem Radmarathon wird vorläufig nichts. Wegen Streckenproblemen entschied sich der Veranstalter, das Rennen auf Frühjahr 2012 zu verschieben. Die Stadt Wien prüfte die geplante Streckenführung und äußerte Sicherheitsbedenken - die umbaubedingt holprige Tangente könnte die Rennräder der Reihe nach abwerfen. Hintergrund ist wohl auch ein politischer, denn die Rathausopposition brachte das angekündigte Rennen schon vor dem Start ins Schwitzen: Die ÖVP kritisierte mangelnde Planung durch die grüne Stadträtin Maria Vassilakou, die FPÖ war ganz dagegen.

Dabei zeigen Vorbilder in Deutschland, wie gut das gemeinsame Radeln bei Stadtbevölkerungen ankommt: Seit vier Jahren strampeln beim Velothon Berlin 13.000 Starter mitten durch die Stadt, 300.000 sehen zu. In Hamburg finden die Vattenfall Cyclassics seit fünf Jahren statt, dabei starten 22.000 Radler, 800.000 schauen zu. Sofern Wiens Radmarathon also nicht von der Opposition überrollt wird, dürfen sich Starter, Besucher und die Wirtschaftstreibenden aufs Frühjahr 2012 freuen.


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