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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

Es gibt ja manchmal doch auch gute Nachrichten. Die Tageszeitung Kurier zum Beispiel, die berichtete vergangenes Wochenende in einem eigenen "Nachrichten aus der Redaktion“-Kasterl, der Innenpolitik-Redakteur Niki Bukovec "macht nach der Theorie jetzt den Praxistest“. Anscheinend einen Test, den sich der Journalist lange überlegt hat: "Nach der Geburt des dritten Kindes mit seiner aus Irland gebürtigen Frau Ashley macht er Ernst und geht in Karenz“, teilte die Tageszeitung ihren Lesern mit. "Wir wünschen alles Gute und freuen uns auf seine Rückkehr“, schrieb der Kurier seinem Mitarbeiter.

Sehr löblich von einem Unternehmen, Angestellte, die sich in der Kindererziehung engagieren, öffentlich abzufeiern. Noch löblicher vom Neodreifachvater, die peinlich niedrige Väterkarenzquote zu heben. Aber wurde im Kurier eigentlich auch schon eine Redakteurin derart bejubelt, weil sie "den Praxistest macht“ und nach der Geburt ihres Kindes in Karenz geht?


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