Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

Der Abend eines "Tatort“-Sehers muss derzeit nicht um 21.45 Uhr enden. Da beginnt nämlich in der ARD die BBC-Miniserie "Sherlock Holmes“. Wenn die Augenlider schon schwer sind von den meist drögen deutschen Mordgeschichten, schreckt die TV-Kartoffel von der Couch auf. Das Tempo der Erzählung ist so hoch, die Kombinationen von Holmes so aberwitzig, die Bildinszenierung so ausgefallen, dass ein schläfriger Blick zu wenig wäre.

Den britischen Serienmachern fiel wohl auf, dass die Krimivorlagen von Arthur Conan Doyle mit den Ermittlungsmethoden der amerikanischen "CSI“-Serien erstaunlich viel gemeinsam haben. Holmes’ Spuren sind SMS und Staubkörner aus dem Afghanistankrieg. Der Schauspieler Benedict Cumberbatch ("Abbitte“) spielt seine soziopathische Asexualität ausgezeichnet. Die aus einer Gumpendorfer Manufaktur stammende Meerschaumpfeife des Originals kommt übrigens nicht zum Einsatz.


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