Buch der Stunde

Deutsch-österreichische Querelen

Emily Walton | Feuilleton | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

Was für ein Kaff dieses Wien doch ist, mit seinem hässlichen, provinziellen Westbahnhof.“ Gerade hat der Schriftsteller Xaver Pucher noch über Wien geschimpft, schon ist er tot. Er besteigt den Nachtzug Wien-Berlin und wird ermordet, noch bevor er Niederösterreich durchquert und sein Kokain geschnupft hat.

Um fünf Uhr Früh muss Inspektorin Anna Habel raus, um mit den Ermittlungen zu beginnen, was sie als energisches Arbeitstier aber nicht umhaut. Während sie in Wien ermittelt, schaltet sich auch die Mordkommission in Berlin ein. Ein melancholisch-zynischer Mann namens Thomas Bernhardt (!) wird mit dem Fall betraut. Schon führen die beiden Inspektoren ihre ersten deutsch-österreichischen Telefonate.

In "Auf der Strecke“ werden Kulturunterschiede zwischen den Nationalitäten hervorgehoben und natürlich auch diverse Vorurteile bedient. Die Unverträglichkeit zwischen Deutschen und Österreichern wirkt streckenweise überzeichnet. Gelungen und erfrischend sind dagegen jene Stellen,

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