Jasmin geht ins Gefängnis

Stadtleben | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

Warum eine oberösterreichische Studentin, die nach drei Bier mit dem Rad fuhr, eine einwöchige Haft 880 Euro Geldstrafe vorzieht

Freiheitsgesuch: Birgit Wittstock

Jasmin Karer sitzt vor einem großen Glas Orangensaft. Den habe sie sich heute extra bestellt, sagt sie und lacht. In Wahrheit ist ihr aber absolut nicht nach Lachen zumute.

Karer sieht aus, als wäre sie eigentlich ein Gretchen: klein, zierlich, in weißer Bluse; rotwangig, die blonden Haare in einer Flechtfrisur hochgesteckt. Schwer vorstellbar, das dieses Gretchen in wenigen Tagen ins Gefängnis muss. Obwohl: Müssen täte sie nicht. Hätte sie 880 Euro zu viel auf ihrem Konto, ließe sich die Sache ganz einfach aus der Welt schaffen. Hat sie aber nicht.

Karer zieht aus der Mappe, die vor ihr auf dem Kaffeehaustisch liegt, eine Anzeige hervor. Damit habe alles begonnen: Es war in einer Nacht Ende April. Am 27., genauer gesagt. Karer, 28, Innviertlerin und Geografiestudentin an der Uni Wien, hatte an jenem lauen Frühlingsabend


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