In der Ruhe liegt die Kraft

Stadtleben | aus FALTER 31/11 vom 03.08.2011

Kyudo - Bogenschießen als sportliche Gegenthese zur Stressgesellschaft

Reportage: Daniel Nutz

Gegenüber liegt die Schrebergartensiedlung des Wienerbergs. Doch die Frauen und Männer, die hier in ihren "Dojo“ genannten hölzernen Schießstand schreiten, scheinen aus einer anderen Welt zu kommen. Sie tragen das weiße Hemd "Gi“, den schwarzen Hosenrock "Hakama“ und gleiten auf ihren Leinensocken bedacht und edel, als würden sie eine Polonaise tanzen. Jede Bewegung ist auf die des anderen abgestimmt. Doch anders als bei den großen Tanzveranstaltungen begleitet hier kein Orchester den Einmarsch. Denn das Dojo ist ein Ort der Stille.

Ein Volltreffer

Dann erhebt sich Fritz Ruprechter nach einer rituellen Verbeugung als Erster zum Schuss. Der Kyudo-Lehrer versetzt seine Muskeln in Spannung und versucht seine Atmung zu kontrollieren. Langsam legt er einen mit Adlerfedern geschmückten Pfeil mithilfe seines Lederhandschuhs an die Sehne seines Sportgeräts. Den übermenschengroßen Bambusbogen


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