Meinesgleichen

Nachtrag zu meinem kleinen Jubiläum

Falter & Meinung | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

Zumindest eine Fußnote möchte ich meinem kleinen Jubiläum nachschicken. Seit 8. August 1994 erscheint am Ende des obenstehenden Kommentars ein feststehender letzter Satz, zuerst zur Zerschlagung der Mediaprint auffordernd, dann zur Zerschlagung des Mediamil-Komplexes (der via Zusammenschluss der Trend-Profil-Gruppe mit der Newsgruppe zum Zeitungs- noch ein Magazinoligopol schuf). Symbolischer Tropfen höhlt den Stein. Mittlerweile wollen selbst ihre Gründer raus aus der Mediaprint. "Hinaus aus Wien mit dem Schuft!“, so lautete in den 1920er-Jahren der Kampfruf von Karl Kraus gegen den korrupten Boulevardkönig Imre Békessy.

Im Standard erinnerte nun Michael Freund daran, dass ich über Békessy berichtet und den Kraus-Biografen Edward Timms zitiert hatte, der Murdoch mit Bekessy verglich. Freund: "Thurnher selbst betreibt seit vielen Jahren in seinem Blatt wöchentlich einen mehr rhetorischen als realen Angriff gegen eines der hiesigen Medien-Oligopole: Der Mediamil-Komplex müsse zerschlagen werden. Immerhin,, auch heute machen Träger hoher Ämter mit übel beleumdeten Journalisten gemeinsame Sache‘. (Im Märchen würde man hinzufügen: und sind an ihren Medien beteiligt.) Und auch heute, genießen die zwielichtigen Helden (wirtschaftlicher und finanzieller) Geschäftigkeiten öffentlichen Ruhm und Ansehen‘.“ Schön, wenn man sich nicht nur immer selber erklären muss. Den letzten Satz wird es noch eine Zeitlang geben.

Quellen:

¦ Michael Freund: "Im Dreck wühlen ist nichts Neues“, Standard, 29.7.2011

¦ Armin Thurnher: "Hinaus aus Wien mit dem Schuft!“, Falter 16/2008


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