Am Apparat

Herr Walter, wie kommen Stechäpfel in kommunale Beete?

Telefonkolumne

Politik | Interview: Joseph Gepp | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

ÖVP-Gemeinderat Norbert Walter schlägt Alarm: Auf einem Grünstreifen vor dem Westbahnhof entdeckte der Politiker den Gemeinen Stechapfel, eine hochgiftige und halluzinogen wirkende Pflanze. Damit hat Wien nach der Hanfplantage auf der Ringstraße bereits die zweite botanische Affäre in kurzer Zeit.

Herr Walter, wie kommen Stechäpfel in kommunale Blumenbeete?

Der ständige Wechsel von warm zu kalt und trocken zu nass stellt natürlich ideale Wachstumsbedingungen für Unkräuter dar. Ich gehe davon aus, dass der Samen mit Blumenerde eingeschleppt wurde oder mit dem Wind von irgendwoher geflogen kam und nicht bewusst angepflanzt wurde.

Passiert das öfter?

Es gibt etwa auch den Eisenhut, der noch giftiger als der Gemeine Stechapfel ist. Diese Pflanze wächst am Stadtrand oder in Niederösterreich.

Wie haben Sie den Stechapfel überhaupt erkannt?

Ich stand auf der Mariahilfer Straße und habe eine Zigarette geraucht, da habe ich ihn gesehen. Der Gemeine Stechapfel ist eigentlich nicht schwer zu erkennen: Die charakteristischen Früchte erinnern an Rosskastanien, sind auch fast so groß, und die Blüten sind trompetenartig, groß und weiß.

Und wie giftig ist er?

Es kann einem durchaus übel davon werden bis hin zu Sehstörungen - vor allem für Kinder ist das problematisch, die greifen ja schnell einmal etwas an. Beim giftigeren Eisenhut bekommt man schon Vergiftungserscheinungen, wenn man ihn auch nur berührt. Aber den habe ich innerhalb des Gürtels noch nicht entdeckt.

Haben Sie den Stechapfel vorsorglich selbst abgeerntet - oder wird das vom Stadtgartenamt erledigt?

Das wird von der Stadt erledigt werden - und nachdem die Reaktion auf meine Entdeckung ziemlich groß war, wird das sehr schnell passieren. Solche gefährlichen Unkräuter sollten nicht in Reichweite von Kindern wachsen.


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