Die Rückkehr des Narrenturms

Politik | Gespräch: Florian Klenk | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

"Mörderhäuser“, "Eishexen“ und der Täter als "Teufel“: ein Gespräch mit Psychiater Patrick Frottier über Reformen und Missstände in Österreichs Psychiatrie-Gefängnissen

Es gab Zeiten, da wurden geistig abnorme Rechtsbrecher von Politik, Justiz und Medien als Kranke gesehen. Behandlung statt Strafe lautete das Motto der Reformer der 70er-Jahre. Steht diese Errungenschaft zur Disposition? Immer mehr geistig Kranke sitzen hinter Gittern. Seit Wochen hetzt die FPÖ gegen ein angebliches "Mörderhaus“, in dem erkrankte Haftentlassene betreut werden. Der Boulevard entdeckt in einer Mörderin nur noch eine "Eishexe“, und der Attentäter von Oslo ist kein Mensch mehr, sondern der Teufel in Person. Wie soll eine moderne Justiz mit solchen Tätern verfahren? Der Psychiater Patrick Frottier ist nicht nur ein kundiger Kritiker des Justizwesens, er war selbst ärztlicher Direktor der Justizanstalt Mittersteig.

Falter: Die FPÖ kampagnisiert gegen ein angebliches "Mörderhaus“, wo psychisch


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