Nachgesehen

Vier Tage Normalität: Teenager aus Fukushima besuchen Wien

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Sebastian Huber | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

Los, wir müssen alle weg“, warnte ein Nachbar Saayo Sato und ihre Familie - dann fraß das Wasser des Tsunamis ihr Haus auf. Seit März lebt die 16-Jährige in einer Notunterkunft. Gemeinsam mit 22 anderen Jugendlichen aus der Katastrophenregion besuchte sie nun auf Einladung des Rotary Clubs für vier Tage Wien.

Schnitzel essen, Führungen durch Schönbrunn und das Parlament - "Wir spürten, dass sich die Jugendlichen immer mehr geöffnet haben“, erzählt Christoph Feichtenschlager, Jugendleiter der Rotarier. Er organisierte die Aktion mit dem Ziel, den jungen Japanern "neuen Lebensmut“ zu geben.

Saayo lächelt schüchtern und sagt: "Wien ist sehr schön und sauber, anders als bei uns.“ Um die Strahlung in Fukushima sorgt sie sich eher wenig, "obwohl ich nie getestet wurde“. Vielmehr nage ein innerer Konflikt an ihr, erzählt sie: Entweder sie helfe beim Aufbau der Region oder sie verlasse ihre Heimat. Denn: "Normale Arbeit werde ich dort keine finden.“


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige