Eine Stadt leckt ihre Wunden

Feuilleton | Reportage: Matthias Dusini | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

Burka & Bikini: In Beirut vibriert die Grenze zwischen Abendland und Orient. Nun sind Künstler von dort in Wien zu sehen

Eine tiefe Grube im Felsen empfängt den Besucher des Sursock-Kunstmuseums. Vier Stockwerke tief bohrten sich die Bautrupps in den Felsen der Beiruter Meeresküste, direkt vor dem Eingangsportal der im venezianisch-osmanischen Fantasiestil des späten 19. Jahrhunderts gebauten Villa des Kunstsammlers Nicolas Sursock. Die Wiedereröffnung ist für 2012 geplant.

Die libanesische Hauptstadt ist eine riesige Baustelle. Das Stadtzentrum wurde nach dem Ende des Bürgerkriegs (1975-1991) rekonstruiert; Parzelle um Parzelle dehnen sich Immobilienentwickler auf noch brachliegende Gelände aus. Ein Plakat kündigt ein Hotel des Stararchitekten Jean Nouvel an. Entlang der Sandstrände schießen Wohntürme in die Höhe, errichtet in erster Linie für vermögende Auslandslibanesen. Die Dienste der Hausangestellten aus Südostasien gibt es zum Spottpreis.

Man muss aber nur in eines der


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