Vom goldenen Schuss zur Schaumgeburt

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

Ein kühles Melodram: François Ozons "Le Refuge“ begleitet eine junge Frau auf der Suche nach dem Sinn des Weiterlebens

Ein seltsames Paar hat sich am Strand eingefunden. Mousse, eine junge Frau mit Schwangerschaftsbauch, der nicht zu übersehen ist, und Paul, ein junger schwuler Mann, der auf seinem Weg nach Spanien hier Halt gemacht hat. Eigentlich sind sie sogar zu dritt, denn ein Toter - Pauls Bruder und der Geliebte von Mousse - scheint die beiden auf Schritt und Tritt zu begleiten.

Paul und Mousse kennen einander seit dem Begräbnis, an dem die Mutter des an einer Überdosis Heroin gestorbenen Louis erklärt hat, auf dieses Enkelkind verzichten zu wollen. Und der Vater hat geweint, weil ihm der falsche Sohn gestorben ist.

Würde dem Ausdruck nicht etwas Geringschätziges anhaften, wäre man versucht, bei diesem Film von einem Zwischenwerk zu sprechen. Kurz nach seinem fantastischen Kindermärchen "Ricky“ und noch vor der jüngsten Deneuve-Erfolgskomödie "Potiche“ inszenierte


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