Kunst Kritik

Durch die Finger der Archivare geschlüpft

Lexikon | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

Wie kann ein künstlerisches Werk im Museum verlorengehen? Allen Inventarlisten zum Trotz wurde die Holzkiste mit dem Nachlass von Karl Wiener (1901-1949) so gut verräumt, dass sie erst Jahrzehnte später wieder auftauchte. In der Ausstellung "Verschollen im Museum. Der Künstler Karl Wiener“ wird Biografie, Werk und Rezeptionsgeschichte des zu Lebzeiten wenig erfolgreichen Künstlers nachgegangen, dessen zeitkritische Zeichnungen und Montagen aber Interesse verdienen. In zahlreichen Selbstporträts tritt Wiener, der sich 1949 umbrachte, als gequälter, mit inneren Dämonen kämpfender Geist entgegen. Erst während des zweiten Weltkriegs fand er zu beißend-prägnanten Darstellungen, wie etwa in der 1940 entstandenen Montage "Erinnerung an Else U.“. NS

Wien Museum, bis 28.8.


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