Film Neu im Kino

Wissen ist Macht: "Planet der Affen: Prevolution“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 32/11 vom 10.08.2011

Was nach Schimpansendressur aussieht, erweist sich als Affenanimation, deren Gesicht auf das des Schauspielers Andy Serkis modelliert wurde. Und was als Relaunch eines 1968 bis 1973 fünf Filme lang erfolgreichen Franchise antritt, ist auch ein Drama zu Bildungs- und Pflegenotständen auf dem Planet of the Apps.

Hier ist alles "Vorgeschichte“: "Planet der Affen: Prevolution“ ist ein Prequel, und Rupert Wyatts Regie nimmt sich Zeit für den Reifungsprozess des Schimpansen Caesar und die Darlegung moralischer Probleme beim Umgang von Mensch mit Tier. Bevor alles im virtuos choreografierten Kampf Primaten gegen Polizei auf der Golden Gate Bridge kulminiert, gibt es Science Fiction mit Betonung auf Science: Im Labor wird ein riskantes Alzheimerserum an Affen getestet; im Reihenhaus pflegt James Franco seinen kranken Vater und zieht den bis an die Spracherwerbsgrenze mutierten Caesar groß; im Zwinger, unter blöden Artgenossen und bösen Menschen, lernt der kluge Affe, dass Bildung ihm keineswegs Freiheit garantiert - Subjektwerdung bedarf der Solidarisierung und Revolte.

2001 lehnte Tim Burtons "Planet der Affen“-Remake sich im Look und im Hang zu imperialen Machtintrigen an Stanley Kubricks "Spartacus“ an. 2011 zwinkert ein Affenfilm in Richtung Hitchcock: Jene Redwood-Baumriesen, die in "Vertigo“ ein Sinnbild waren für ein Gedächtnis, das jenes der Menschen übersteigt, bieten nun Sklavenführer Caesar einen Ausblick auf Freiheit. Vertigo, Schwindel, gibt es hier im Furor der Kamerapirouetten, die all das Klettern und Springen begleiten, und in Form von Hirnsausen angesichts all der Affenantlitze: Birgt die faltige Fratze einen Geist, oder projizieren wir ihn in sie hinein? Ein Anblick von Ausdruck vor dem Aufstand als Auftakt zu weiterem monkey business.

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige