Vor 20 Jahren im Falter

Wie wir wurden, was wir waren

Falter & Meinung | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

So nicht!

Krise, Sparen, Schuldenmachen - das Thema gab es schon vor 20 Jahren. Eine Definition der Staatsschuld lieferte der Ökonom Peter Rosner in einem feschen kleinen Beitrag: Der Staat borge sich seine "Billiarde bei irgendwelchen Leuten“ aus - und zwar vorwiegend im Inland, "während die Auslandsverschuldung nur eine geringe Rolle spielt. Diese haben daher eine Billiarde als Vermögen. So arm scheint das Land also nicht zu sein. Die Zinsen, die der Staat zahlt, bekommen die Gläubiger eines Landes als Einkommen. Diese verarmen daher nicht an der Staatsschuld - noch dazu, wo im Allgemeinen entgegen den Gesetzen keine Steuer auf Zinseinkommen bezahlt wird. Das Problem der Staatsschuld ist also vor allem eines der Umverteilung …“

Die Lage hat sich, muss man anmerken, einigermaßen geändert: Österreichs Staatsverschuldung hat sich internationalisiert. Nur mehr 18 Prozent der Gläubiger sitzen in Österreich, im restlichen Europa 66 Prozent, in Asien sieben Prozent, in Afrika vier Prozent, in Amerika drei Prozent, im Mittleren Osten zwei Prozent. Und es sind überwiegend Banken und Fonds.

Im Feuilleton des Falter fand sich eine Umfrage von Annabel Faroqhi mit dem knappen Titel "Fünf Fragen“. Sie thematisierte das angekündigte Erscheinen von Kurt Falks Tageszeitung Täglich Alles. Beide gibt es nicht mehr, Kurt Falk verstarb 2005, seine Zeitung hatte er 2000 eingestellt; 1992 war sie erstmals erschienen.

Faroqhi schickte an die ehrwürdigen Häupter der Wiener Printmedienszene ein karges Schimmelfax mit fünf Fragen. In Punkt fünf wollte sie wissen: "Es gibt Gerüchte, dass Sie zu Falk gehen sollen. Ist daran etwas Wahres bzw. können Sie einen Wechsel zu Täglich Alles ausschließen?“

Thomas Chorherr, Chefredakteur der Presse zum Beispiel, fand das nicht lustig und antwortete: "Ich werde diese Fragen überhaupt nicht beantworten. Das soll ja eine Billigzeitung sein, für drei Schilling. Diese fünfte Frage, die kann man so nicht stellen.“ AT


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